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Energieregion Weserbergland - energieautark bis 2020
Version 0.2 / 20.9.2006,
Rainer Sagawe
Berater für Erneuerbare Energien
Galgenberg 11
31789 Hameln
Tel. und Fax: 0 51 51 - 56 00 86
Die Energiewende verfolgt vier Ziele:
1. Klimaschutz
2. Steigerung der regionalen Wertschöpfung ( Geld für
extern eingekaufte Energie fließt
nicht mehr ab )
3. Demokratische Teilhabe (z.B. genossenschaftliche Bioenergiedörfer,
Bürgersolardächer)
4. Energie muss auch für sozial Schwache bezahlbar bleiben.
Verhinderung von Ausgrenzung - die Armen sollen nicht frieren müssen.
Die Sozialkassen werden geschont, weil Wärme aus regionalen Ressourcen
bezahlbar bleibt, wenn Wohnraum energetisch saniert worden ist und der
Restenergieverbrauch auf erneuerbare Ressourcen umgestellt worden ist.
Unser Beispiel ist Güssing. Güssing ist innerhalb
von 13 Jahren energieautark geworden und versorgt 4.000 Einwohner und
1.100 neu geschaffene industrielle Arbeitsplätze mit kostengünstiger
Energie aus dem eigenen Nahwärmenetz.
Bis 2010 soll der Bezirk Güssing mit 27.000 Einwohnern folgen.
Das gesamte Burgenland mit 277.000 Einwohnern will bis 2013 energieautark
werden, siehe nachstehenden Artikel von Franz Alt vom 23.8.2006.
Die Politik von Landkreisen und Kommunen nimmt sich an Güssing
ein Beispiel.
Im Europäischen Zentrum für erneuerbare Energien in Güssing
werden die regionalen Akteure aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung
geschult, wie die Energiewende eingeleitet und umgesetzt wird.
Die Energiewende kann nur gelingen, wenn zuvor eine breite Initiative
zu Energieeinsparung und Energieeffizienz gestartet wird.
Schon heute werden Bürger abgewiesen, die Brennholz zum Beispiel
aus dem Hamelner Stadtwald erwerben wollen, weil die Ressourcen erschöpft
sind.
Die Menschen gehen den einfachsten Weg und ersetzen einfach die teuer
gewordenen fossilen Brennstoffe durch Holz. Würden die Häuser
vorher isoliert und mit Solarthermie versehen, und durch energieeffiziente
Mikrowärmenetze versorgt, könnte das in Hamelns Wäldern
nachwachsende Holz für viel mehr Bürger reichen.
Deshalb werden als erstes stadt- und kreisweite Kampagnen zum Thema
Energiesparen durchgeführt (in Zusammenarbeit mit dena und Klimaschutzagentur
Hannover).
Auftakt: Energieeffizienz-Tagung der Modellregion mit Fachexperten
zu allen Facetten:
- Schulen energetisch sanieren, Lehrer und Schüler einbeziehen
(Multiplikatoreffekt)
- Rathäuser, Turnhallen und Krankenhäuser u.a. öffentliche
Liegenschaften energetisch dämmen, den Restbedarf mit BHKW decken
oder Holzhackschnitzeln aus stadteigenen Wäldern oder aus Schnitzeln
der Straßenpflege (auf den Stock setzen des Straßengrüns)
- Straßenbeleuchtung intelligent reduzieren
- Energiesparbeleuchtung in allen öffentlichen Liegenschaften
- Energetische Sanierung der Wohnungen von Menschen, die Sozialhilfe
und Heizkostenbeihilfe beantragen, aus den Sozialetats von Landkreisen
und Kommunen
- Energieberater ausbilden (Organisation: Weserbergland AG) und in
Kampagnen quartiersbezogen einsetzen, vorher mit Bürgermeisterbrief
die betroffenen Bürger anschreiben
- Energieberater, Architekten und Handwerker erarbeiten gemeinsam
"10 Gebote für energetische Gebäudesanierung", Fortbildung
der Handwerker, Berufsschulen lehren fachgerechte Wärmedämmung,
Berufsakademie richtet in allen relevanten Studiengängen das Fach
ein "Steigerung der regionalen Wertschöpfung durch Energiesparen
und Energieversorgung aus regionalen Ressourcen"
- Einrichtung einer regionalen Energieagentur bei der Weserbergland-AG
zur Koordinierung und Beratung der verschiedenen Bereiche der Energiewende:
- Bürgerberatung für energetische Sanierung
Bildung von Arbeitskreisen
für:
- Energetische Sanierung
- Energieeffizienz (Energiesparbeleuchtung, Stand-By-Vermeidung etc.)
- Solarthermie und Fotovoltaik
- Biogas und Bioenergiedörfer
- Kaskadennutzung von Holz (stoffliche Nutzung vor thermischer Verwertung)
- moderne Holzheizung
- Wind- und Wasserkraft
- Pflanzenöl und andere nachwachsende Rohstoffe
- Stadtwerke und regionale Kreditinstitute - wie können sie die
Energiewende fördern?
BHKW für alle größeren Gebäude (kommunal, privat,
gewerblich)
An dieser Stelle kommen die z.B. in Barcelona oder in Fellheim (Nordhessen)
angewandten Städtebaulichen Verträge ins Spiel. Stadt und
Landkreis sollten beschliessen:
- Jeder, der an einem Dach mit Südlage eine Veränderung vornimmt,
muss nach energetischer Sanierung Solarthermie installieren
- Die Stadt beteiligt sich bei Neu und Umbauten mit bis zu 400 Euro
an einer Energieberatung, der Hauseigentümer ist verpflichtet,
eine der vorgeschlagenen Maßnahmen zu Energieeffizienz und Energieeinsparung
zu realisieren.
Burgenland: Solare Energiewende bis 2013
Den weltweit ehrgeizigsten Beschluss für eine regionale solare Energiewende
hat das österreichische Burgenland gefasst.
Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) will zu 100 Prozent auf Sonne,
Windkraft, Wasserkraft und Bioenergie umsteigen. Ein Kompetenzzentrum
für erneuerbare Energien soll dafür die Voraussetzungen schaffen.
Im Einzelnen sieht der Plan so aus:
Schon jetzt gibt es 48 große Biomassekraftwerke - 40 weitere
sollen bis 2013 dazu kommen;
schon heute wird der meiste Strom aus Wasserkraft gewonnen;
die fehlende Strommenge könne komplett über Windräder
gewonnen werden;
das leistungsstärkste Biomassekraftwerk des Landes werde
noch 2006 in Heiligenkreuz in Betrieb gehen;
die SPÖ im Landtag tritt dafür ein, dass die gesamte
EU aus der Atomkraft aussteigt. In Österreich gibt es kein einziges
AKW.
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